{"id":1839,"date":"2014-10-21T18:42:48","date_gmt":"2014-10-21T18:42:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stefanieseidl.com\/berlinweeklycom\/?p=1839"},"modified":"2020-03-03T13:46:01","modified_gmt":"2020-03-03T13:46:01","slug":"1839","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.berlin-weekly.com\/?p=1839","title":{"rendered":"Window 77"},"content":{"rendered":"<h2>&nbsp;<\/h2>\n<p><a href=\"http:\/\/www.stefanieseidl.com\/berlinweeklycom\/wp-content\/uploads\/Minyoung-Paik-windowkl.jpeg\" rel=\"lightbox[1839]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1840\" title=\"Minyoung Paik windowkl\" src=\"http:\/\/www.stefanieseidl.com\/berlinweeklycom\/wp-content\/uploads\/Minyoung-Paik-windowkl-500x624.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"624\" srcset=\"http:\/\/www.berlin-weekly.com\/wp-content\/uploads\/Minyoung-Paik-windowkl-500x624.jpg 500w, http:\/\/www.berlin-weekly.com\/wp-content\/uploads\/Minyoung-Paik-windowkl-120x150.jpg 120w, http:\/\/www.berlin-weekly.com\/wp-content\/uploads\/Minyoung-Paik-windowkl.jpeg 710w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nFLYER von Minyoung Paik<br \/>\n2014 <a href=\"http:\/\/www.minyoungpaik.com\">www.minyoungpaik.com<\/a><\/p>\n<p>\u201eMan mu\u00df sich beeilen\u201c, schrieb Paul C\u00e9zanne 1906, ern\u00fcchtert von den Umw\u00e4lzungen des hereingebrochenen Industriezeitalters, \u201ewenn man noch etwas sehen will. Alles verschwindet.\u201c Es verschwanden die alten Stra\u00dfen unter neuen, Landschaften unter den St\u00e4dten, bald die St\u00e4dte unterm Bombenhagel. Wie um das Entgleiten der Dinge hinauszuz\u00f6gern, haben wir seitdem Instrumente erfunden, sie festzuhalten und aufzubewahren. Photographie, Film und digitale Medien verdoppeln gleichsam die verblassende Welt und ersetzen sie durch Bilder, die ihre eigene Realit\u00e4t beanspruchen. Diese Welt aus zweiter Hand ist f\u00fcr viele inzwischen zu ihrer eigentlichen geworden: f\u00fcr den Touristen, der anhand der Facebookpostings feststellt, wie sein Urlaub gewesen ist, wie f\u00fcr den Kunstliebhaber, der die Mona Lisa hundertfach aus B\u00fcchern kennt und dann entt\u00e4uscht ist, wenn er vor dem panzerglasgesicherten Original steht. Die zeitgen\u00f6ssische Kunst mag, um unverwechselbar zu bleiben, auf die Allgegenwart der Bilder mit dem R\u00fcckzug aus der Abbildlichkeit reagieren \u2013 von der visuellen \u00dcberhitzung wird sie trotzdem voll erfasst: als Konkurrentin um Aufmerksamkeit, Zuwendung, Geld, aber auch als Mitverursacherin des Bilderstroms, die einen immer schneller rotierenden Markt best\u00e4ndig mit Nachschub versorgt. Nicht ohne Grund also fliegen uns ihre Produkte in Minyoung Paiks \u201eFlyer\u201c in einem atemberaubenden Tempo um die Ohren. Wie Derwische drehen sich sechs Postkartenst\u00e4nder um die eigene Achse, und mit ihnen die Warhols, Richters, Naumans und wie sie alle hei\u00dfen. 480 Werke aus der Hamburger Kunsthalle, dem Stedelijk Museum in Amsterdam, der Basler Fondation Beyeler, der Malm\u00f6 Konsthall und etlichen anderen Sammlungen sausen vorbei, dass einem schwindlig wird. Ihre Konturen und Farben, Menschen und Gegenst\u00e4nde verschwimmen im Vor\u00fcberzischen zu bunten Schlieren, als w\u00fcrde mit der Kunstgeschichte Hula-Hoop getanzt. Sie blitzen auf und verschwinden; und wir m\u00fcssen uns eben beeilen, wenn wir etwas sehen wollen. \/ Christian Hartard<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; FLYER von Minyoung Paik 2014 www.minyoungpaik.com \u201eMan mu\u00df sich beeilen\u201c, schrieb Paul C\u00e9zanne 1906, ern\u00fcchtert von den Umw\u00e4lzungen des hereingebrochenen Industriezeitalters, \u201ewenn man noch etwas sehen will. Alles verschwindet.\u201c Es verschwanden die alten Stra\u00dfen unter neuen, Landschaften unter den St\u00e4dten, bald die St\u00e4dte unterm Bombenhagel. 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